Sonntag, 31. Juli 2011

Foto-Kolleg: Grundlagen der Holzbearbeitung

Ich bin ja viel unter jungen Tieren unterwegs. Missstände kriege ich hautnah mit. Nicht erst seit gestern macht es mir Entsetzen, wie wenig die Leute über Goethe, Stalaktiten (das sind die von oben nach unten ... oder war's umgekehrt?) oder über Apo... uff ... öh ... rüfen ... wie heißen die noch? ... Apokryphen wissen. Auch auf handwerklichem Gebiet geben große Lücken Anlass zur Besorgnis. Wo soll das Land hinsteuern, wenn unser Nachwuchs nicht mal die elementarsten Techniken beherrscht wie Brote schmieren, Baseballkäppis richtig aufsetzen und Eierwärmer häkeln? 

Ich habe mich daher entschlossen, dem Verfall von Bildung energisch entgegenzutreten. Meine erste Maßnahme richtet sich speziell an die Geflügeljugend, aber auch andere Tiere mit guten Zähnen sind herzlich eingeladen zum Mitmachen. Ich möchte in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen, wie man Holz bearbeitet. Aus einem ordinären Gartenast soll ein formschöner Strunk werden. Bitte meine Anleitung genau studieren und dann nachmachen. Wenn's nicht beim ersten Mal klappen sollte, nicht aufgeben, sondern ein zweites und ein drittes Mal versuchen. Die meisten Kreaturen sind nämlich nicht von Natur aus blöd, sondern erst wenn sie merken, dass sie's nicht hinkriegen. Also nur Mut. 



1. Das gewünschte Holzobjekt aussuchen und auf guten Sitz im Schnabel testen. Auf Hygiene achten. Die Zunge vorher mit Löwensenf desinfizieren und zur Vermeidung von Unfällen unbedingt sicherstellen, dass kein Heringssalat an den Füßen klebt.


2. An einer frei gewählten Stelle eine Materialanalyse vornehmen. Geprüft werden Härtegrad, Elastizität, Wärme und Feuchtigkeit. Dabei intelligent gucken.


3. Sind die Vorbereitungen abgeschlossen, die Kneifzange (Schnabel) ansetzen und einen genügend großen Span anheben. 


4. Den Span vorsichtig in Richtung Astende ziehen. Ihn anschließend ablösen und ausspucken.

 

5. Schritt 3 und 4 so lange wiederholen, bis der Strunk fertig ist.


 

Sollten noch Fragen offen sein, stehe ich gern mit Rat und Belehrung zur Verfügung. 
Das nächste Mal beschäftigen wir uns mit dem Thema "Erfolgreiches Turnen in vier Schritten". Hier schon mal eine kurze optische Einstimmung. Ich hoffe, ihr werdet dann wieder mit von der Partie sein.
Die DVD zu meinem Kolleg ist für 159 Euro zzgl. Versand und Porto erhältlich.

© Max: Papageiengeschichten

Kommentare :

  1. Hallo, mein lieber Max! Ja, Du liest richtig. Ich freu mich schon immer auf Deine Beiträge und der heutige ist wieder super. Ich hab aber das Gefühl, einer solchen Beratung bedarf es gar nicht. Das ist Euch Krummschnäbeln in die Wiege gelegt worden. Selbst die kleinen probieren schon überall ihr Glück. Schau mal wieder vorbei bei ihnen. Es dauert nicht mehr lange, dann wollen sie (mehr müssen) zu ihren hoffentlich endgültigen Besitzern. Aber die Bewerber werden sorgfältig ausgesucht.
    LG und baldige Wetterbesserung von Papa-Helga

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  2. Toller Kurs! 'Hab' mich schon daran gemacht, das "nachzubasteln" - meine Tippse ist aber nicht sonderlich begeistert darüber!
    Ach ja, eine kleine Anmerkung zur Allgemeinbildung:
    Stalaktiten sind die von oben nach unten wachsenden Tropfgesteine - die beste Eselsbrücke dazu (nicht für Kinder geeignet) erhälst du, wenn du den zweiten Wortteil mit drei, anstatt mit zwei "t" schreibst.
    LG, Enya

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  3. Da hast du Recht, Tante Helga. Uns Papageien hat man das Schreddern ins Nest gelegt. Aber Talent allein nützt nichts. Man muss auch die richtige Technik kennen, sonst geht man ohne jegliches Basiswissen an Türrahmen, Küchenschränke und Omas Nähtischchen. Und wie viele Vögel laufen herum, die nicht mal das können! Enten zum Beispiel oder Gänse - und denk mal an, sogar Pfaue! Ich überlege, auf Vortragsreise zu gehen. Die Unbildung ist genauso groß wie der Bedarf. Natürlich mach ich alles ehrenamtlich ... is ja klar. Ich nehme lediglich ein Taschengeld für Anreise, Unterkunft, Verpflegung, Dienstkleidung und Vorbereitung. Könntest du in die Kongresshalle in Hamburg kommen? Dann täte ich dich auch mal kennen lernen.

    @ Enya. Menschen sind eine Extrakategorie. Die laufen unter "schwer therapierbar". Also nicht den Mut verlieren, falls sie dich anranzen, wenn du deine Lektionen lernst.

    Hunde sind ja auch ganz geschickt im Strunkhandwerk, jedenfalls wesentlich talentierter als Katzen, Stubenfliegen oder Bachforellen. Hunde haben aber (im Gegensatz zu uns Papageien) den Drang, mit dem Ausgangsmaterial über Wiesen zu rennen, durch Tümpel zu schwimmen oder anderweitig abzulenken, bevor sie überhaupt mit der Arbeit beginnen. Das ist ziemlich disziplinlos. Vielleicht sollte ich darüber auch mal 'ne kleine Vortragsreihe halten.

    Das mit den Stalaktiten hab ich aber nicht verstanden. Wo soll ich zwei ts hinmachen? Die Mia hat's mir dann erklärt. Na, FERKEL! :-o

    Die Mia meint, als Hilfe, wie man sich das merken kann, geht auch das hier: Mieten steigen ständig, also sind Stalagmiten die, wo von unten nach oben wachsen tun. Wenn man allerdings in Eigentum wohnt, weiß die Mia auch nicht weiter. Das ist typisch. Erst die Klappe aufreißen, aber dann am Alltag scheitern.

    Euer Max

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  4. Mit Holzbearbeitung habe ich es nicht so! Aber ich freu mich schon sehr auf die Turnübungen. Vielleicht schaffe ich die! Meine Menschenfrau nennt mich immer Bewegungslegastheniker! :)
    L.G. Diva

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