Sonntag, 14. Oktober 2012

Rätsel 95

Heute mal wieder was in coolem Schwarz - sogar mit ordentlich Staub dran. Es ist wirklich unglaublich, wie staubig Sachen sind, obwohl sie einem vollkommen sauber vorkommen. Erst in der Makroeinstellung sieht man die Bescherung.


Der Tipp lautet: Es ist nicht weiß, nicht lila, nicht orange und unbrauchbar beim Bersteigen.

Dienstag, 9. Oktober 2012

Mein Amazonen-Alphabet:
C wie Charisma

Hab ich!


Sonntag, 7. Oktober 2012

Mein Amazonen-Alphabet:
B wie Balz

Balz ist das Werben um einen Partner, damit er Küken mit einem macht. Idealerweise hat dieser Partner ein anderes Geschlecht als man selbst. Bei mir ist das der Fall. Bei der Mia auch.

Trotzdem gibt es beträchtliche Unterschiede in der Vorgehensweise. Die Mädchen legen sich flach hin. Die Brust berührt den Boden (oder den Ast). Der Schwanz wird leicht aufgefächert und der Hintern obszön in die Höhe gereckt. Dabei entweichen leichte Knarrlaute (aus dem Schnabel, mein ich). Das hört sich ein bisschen so an wie Verstopfung und der beharrliche Kampf, doch noch alles zu einem guten Ende zu bringen.

Ich ignoriere das. Mir ist das zu aufdringlich. Meistens warte ich, bis der Anfall vorüber ist und gucke dabei aus dem Fenster. Meine eigene Taktik gehört natürlich in eine ganz andere Gewichtsklasse.

Wenn ich loslege, fängt die Putze immer an zu lachen. Ich täte soooo süß aussehen, behauptet sie. Ich darf doch um Contenance bitten, ja? Das ist nicht süß, das ist männlich!

Erst mal stellen sich meine Stirnfederchen auf. Das sieht in etwa so aus wie auf den Bildern hier unten. Der Anlass beim Fotografieren war allerdings ein anderer. 


Dazu gebe ich regelmäßige Ch-Laute von mir, perfekt durch die Nase geatmet. Sollte die Putze mir jetzt ihre Wurstfinger hinhalten, schubber ich zärtlich meinen Schnabel daran. Wenn ich dann in Fahrt komme, richte ich mich kerzengerade auf. Der Schwanz umkränzt meinen Hintern als unwiderstehlich leuchtendes Halbrad. Mein Bauch wird zur Kugelplautze. Ich kriege Dampfatmung. Oft fühle ich mich obendrein zu Geschenken veranlasst.  Ich würge in nickenden Kopfbewegungen meine letzte Mahlzeit hoch (das ist nicht ekelig, das riecht lecker nach Banane). Den Körnermatsch pampe ich der Putze auf die Sofadecke: Da haste! Und nu mach was mit mir.

Lachen hab ich nicht gemeint.

Mann-o-Mann, jedes Jahr die gleiche Crux: durch die Wohnung gurken, einen Nistplatz suchen, die Mia beschützen, die Putze davonjagen, für Ordnung sorgen. Es heißt, wir seien dann unberechenbar, wir verstünden keinen Spaß, solange die Hormone uns voll im Griff hätten. Notfalls würden wir sogar angreifen. Hat die Mia schon gemacht. Sie ist der Putze nachgeflogen, als sie durchs Zimmer ging, um Wäsche von der Heizung zu nehmen, und hat ihr von hinten in den Kopf gehackt. Die Mia kann sehr humorlos sein, wenn sie sich einbildet, sie täte bald 'nen Haufen nackter Bälger großziehen und ich würde den Vater dazu geben.

Ha! Bin ich blöd? Ich bleib Single. So weit kommt das noch: Ich und salatgrüne Fratzen unterrichten, wie man Körner von der Schale befreit oder den Staubsauger niederkreischt. Und vorher dann noch dieser ganze Eierkram. Ich muss die Mutter füttern, solange sie auf dem Gelege hockt. Das ist so Tradition bei uns Amazonen. Nee, geht mir weg damit. Ich hab noch viel vor in meinem Leben. Kükengeschrei gehört nicht dazu.

Deshalb dürfen die folgenden Fotos auf keinen Fall falsch interpretiert werden. Zwar zeigen sie mich und die Mia – das ist wohl wahr –, aber nicht in echt. Die Aufnahmen stammen von einer Schulaufführung. Der Titel lautete: „Lola und der Geißenpeter in Las Vegas.“ In richtig würde ich mit der Mia nie so was machen. Ich bin doch kein Schwein.


© Max: Papageiengeschichten