Samstag, 21. November 2015

Es stimmt, grün ist nicht gleich grün

Erinnert ihr euch? Im Sommer hatte ich euch das Fotogemurkse der Putze vorgestellt. Sie hatte ihre schöne, einfache Digicam verschlampt. Das allein war dämlich genug, aber nun hatte sie sich eine neue zugelegt, und die hat es in sich.

Die Putze ist KEINE Fotografin. Das soll hier ausdrücklich erwähnt werden. Gerade deshalb ist sie angewiesen auf überdurchschnittlich hilfsbereite Technik. „Eine Kamera muss allein zurecht kommen“, lautet ihre Devise. Auf ihre geliebte alte Kamera traf das zu: Motiv in die Mitte nehmen, warten, bis sich alles automatisch scharf gestellt hat, abdrücken, fertig. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen:

Ich mit der alten Digicam aufgenommen

Okay, ich gebe es zu, unser Grün sah manchmal etwas quietschig aus und bei höherer Auflösung konnte die Kamera nicht mehr gut mithalten, aber die Leute mochten unsere derart klar akzentuierte Gefiederfarbe und bei den kleinen Formaten, die hier im Blog üblich sind, konnte die Kamera allemal sehr gut mithalten.

Die neue Digicam hat zwar auch eine Automatik, die angeblich alles von allein macht, doch in der Praxis erwies sie sich als anspruchsvoll, jedenfalls in den Wurstfingern der Putze. Bäh, was hatte die Else aus uns gemacht? Fahlgrüne Farben, scharfe Schnabelspritzen bei verschwommenen Augen, verwackelte Konturen, und das alles sowohl mit Blitz als auch ohne. Die Rate derjenigen Bilder, die als akzeptabel wenn nicht sogar als gut durchgehen konnten, war ziemlich gering.

Ich hatte gleich gesagt: „Mama, du bist zu doof dazu.“ Da war sie angefressen. Das wollte sie nicht auf sich sitzen lassen. Renitent hatte sie angefangen, sich mit Bedienungsanleitungen und Fototipps herumzuschlagen. Lust hatte sie keine dazu, bis heute nicht. Maaaann, die Kamera hat aber auch viel zu sagen, zahllose Programme für alles und jeden Bedarf und wenn einem das immer noch nicht zusagt, kann man sogar alles links liegen lassen und jede Aufnahme per Hand einstellen.

Natürlich mussten wir wieder herhalten als Versuchsmodelle: die Mia auf ihrer Schaukel, ich auf dem Kletterbaum oder auf meiner eigenen Schaukel. Meist sind wir eine Zeitlang brav hocken geblieben, um den Fortschritt zu begünstigen, aber je länger die Putze am Üben war, desto mehr haben wir versucht, durch schnelle, unvermutete Bewegungen Anspruch in die Sache zu bringen. Ich glaube mit einem gewissen Stolz behaupten zu können: Das ist uns gelungen.

Ha ha ha

Auch nicht schlecht: die Mia

Na, jedenfalls hat die Putze jetzt die Automatik ausgestellt und fotografiert uns mit einem anderen Programm. Seitdem ist sie nicht mehr ganz so angefressen. Jaaa, gut, sie hat mit der Bildbearbeitung ein bisschen nachgeholfen, das verrate ich hiermit ganz offiziell. Ist das schlimm? Es sind schließlich immer noch wir, die auf den Fotos zu sehen sind. Schaut selbst:

Ich

Noch mal ich
Die Mia
Und zum Schluss noch mal ich

Und wisst ihr was? Das Allerschönste: Sie hat die alte Digicam wiedergefunden. Ich sage euch, der Brüller. Sie lag in einem Karton, in den sie nie reinschaut. Seitdem hat sie sich geschworen, nie wieder aufzuräumen und vor allem nie mehr auszumisten. Nur von so was kommt so was. Man verliert den Überblick und schon hat man den Salat.

Weiber!

© Max: Papageiengeschichten

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