Sonntag, 26. Januar 2014

Mimi-Brutus

Das Gras, die Hänge und die Wäldchen hinterm Haus werden ihn vermissen, den alten Haudegen.


Der Grunzer-Clan hat ein Mitglied verloren. Mimi-Brutus kam nicht mehr nach Hause. Alle Suche mit Auto, zu Fuß und mit Taschenlampe blieb ergebnislos. Doch gestern haben seine Leute ihn gefunden, tot in einer Wiese, ganz nass, aber mit friedlichem Gesichtsausdruck.

Vielleicht war seine Zeit gekommen. So wie er vor elf Jahren einfach plötzlich da war und da blieb, so ist er gegangen: lautlos, ohne Ankündigung, aber wie ein leuchtendes Ausrufezeichen inmitten der Gegenwart, die zuerst keine Vergangenheit hatte und nun keine Zukunft mehr. Er war eigenwillig und nicht immer freundlich. Deshalb hieß er Brutus hinterm Mimi. Im Sommer strich er tagelang durchs Gehölz, kam nur zum Fressen heim, schlug der Tante Uschi schon mal die Kampfutensilien ins Fleisch oder nahm die kleinen Katzenkumpels in den Schwitzkasten. Im Winter schlief er zu Hause – im Katzenklo.

Kann man so jemanden lieben? Jemanden, der alle Regeln selbst bestimmte und von allen verlangte, dass man sie befolgte, ohne sich um Dankbarkeit zu kümmern oder wenigstens um deren Schein? 


Mimi-Brutus war ein bemerkenswertes Geschöpf, ein Familienmitglied ohne Wenn und Aber. Er hinterlässt Trauer und eine Lücke. Natürlich. Was für eine Frage: ja, ja und nochmals ja.

Mach's gut, Kumpel. Viel Spaß im Jagdparadies. Aber halt den geflügelten Mäusen nicht deinen Bauch hin, damit sie ihn streicheln wollen und du sie dafür beißen kannst. Das funktioniert nicht mehr. Ich hab's nämlich schon gepetzt. 

Fotos: © U. W. 

Kommentare :

  1. RIP Mimi-Brutus. Er wartet auf seine Familie nach der Regenbogenbrücke.
    Wir denken an euch und drücken euch unser Mitgefühl aus.
    *drückeuch*
    LG Mel + Thaya

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  2. Lieber Max,

    vielen Dank für deine einfühlsamen Worte zu Mimi-Brutus-Alf-tasmanischer Teufel.
    Du hast ihn wunderbar beschrieben. Noch können wir es gar nicht richtig glauben, dass er nicht mehr an die Fensterscheibe trommelt, so wie er immer um Einlass gebeten hat.
    Mimi-Brutus war wirklich ein ungewöhnlicher Kater, der sich uns vor 11 Jahren ausgesucht hat. Wir wissen nicht wie alt er war, da er bei seinem Einzug schon lange erwachsen war. Niemand hatte ihn vermisst, niemand wollte ihn haben. Ganz ehrlich, wir zuerst auch nicht, da wir schon so viele Katzen hatten.
    Mimi-Brutus war allerdings sehr hartnäckig und hat eine Woche lang behauptet, dass er schon immer hier gewohnt hätte. Heute sind wir sehr froh, dass wir nachgegeben haben. Er war immer pflegeleicht, da er nur kam um zu futtern oder mal Streicheleinheiten zu verlangen.
    Wir haben ihn sehr geliebt, genaus so wie er war.
    Mach's gut Mimi-Brutus. Du hast einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen.

    Vielen Dank für euer Mitgefühl, Mel und Thaya.

    Liebe Grüße,
    Tante Uschi

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  3. Fühlt euch ganz lieb gedrückt.
    So wie du kamst lieber Brutus, kam auch unser Bürokater. Er wählte sich einen Bürostuhl als seinen aus...
    Dann ging er und kam nie wieder...
    Lieber Brutus du bist in Herzen geschlichen, und wirst dort immer bleiben.
    Tröstende Grüsse von Sylvia

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  4. Lieber Mimi-Brutus,
    bestimmt bist du an Altersschwäche gestorben. Ich glaube, du hattest dir genau die richtige Familie ausgesucht. Eine andere Familie hätte es vielleicht gar nicht mit dir ausgehalten. Die "Grunzer-Family" ist halt klasse!
    Genieße jetzt deinen wohlverdienten Ruhestand im Regenbogenland, wo schon viele unserer Freunde darauf warten, dich kennen zu lernen.
    Mach´s gut und grüße alle, die uns schon verlassen haben.
    Cora, Paule und Gisela

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  5. Ja ja ja. So jemanden kann man lieben. ein außergewöhnliches Exemplar an Individualität. Er wird fehlen und eine große Lücke hinterlassen. Sogar mir, den ich ihn doch gar nicht kenne, kommen die Tränen.
    Er kam, sah und siegte. So soll das Leben sein.
    Alles Gute über der Regenbogenbrücke.
    Angus
    PS: Richte doch dem Balto liebe Grüße aus !!!!!

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  6. Gute Reise über die Regenbogenbrücke.
    Es ist so traurig, einen geliebten Vierbeiner gehen lassen zu müssen.
    Was bleibt sind die Erinnerungen und die Gewissheit, das er die letzten 11 Jahre ein wunderschönes Leben gehabt hat.
    Wir trauern mit Euch.
    Pit und die Waschke-Family

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  7. Im Regenbogenland wird ein Freund mehr ankommen - hier auf Erden ist für den Grunzer-Clan einer gegangen, das tut mir leid.

    Gerade diese kämpferischen und stolzen Individualisten nehmen oft für immer ein Stück unseres Herzens mit - das ist der Preis für sie.

    Liebe Grüße - an den Grunzer-Clan und die Max-Familie - Monika mit Bente

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