Samstag, 26. November 2011

Mia, die Gourmettesterin

Ich freue mich sehr für die Mia. Endlich bekommt sie mal eine Aufgabe, wofür man mehr Hirn braucht als zum Krallenlackieren und Miefen nach Adventure-Parfüm. Die Mia hat nämlich Kekse getestet, streng wissenschaftlich für die Forschungsreihe „Dinge, die man futtern kann“.

Die Testreihe wird gerade am Institut „Dipl. oec. troph. Ole und Piet“ durchgeführt. Die Leitung untersteht Frau Dr. Knochen. Hierbei werden wechselnde Zutaten nach dem Verkneten zu einer homogenen Masse und unter Hinzufügung von Hitze zu dekorativen Häppchen verarbeitet. Da es bei den Kreationen aber nicht nur auf das Urteil der Institutsmitarbeiter ankommt (sie sind sehr verfressen, habe ich gehört), sondern weil auch das einfache Volk einbezogen werden soll, wurden wir nun ausgewählt, an der Heimtestung teilzunehmen. Wir sind die Ersten! Unsere Kekse sind rein vegetarisch.  Sie wurden uns frisch aus dem Institutslabor zur Verfügung gestellt: per Post, professionell verpackt, damit sie nicht zerbröselten und Aroma verloren.

Zunächst stelle ich euch das Rezept vor:

© Ole und Piet

Und so sieht unsere Testration aus:



Die Mia hat sich sofort an die Arbeit gemacht. Man sieht ihren Eifer. Achtet beim ersten Bild auf ihren aufgefächerten Schwanz.  Damit zeigt sie ihre Freude an. Banane mag sie eigentlich nicht so gern, aber in dieser Form schon, solange die Dinger nicht matschig sind und am Schnabel kleben. Karotten sind okay und die Haferflocken einsame Spitze. Die Mia steht auf Kohlenhydrate. Der Geschmack war also schon mal gut.

Zu schaffen machte ihr die Konsistenz. Die Kekse sind nämlich hart wie Hugo. Ich habe mir sagen lassen, dass sie eigentlich für Hunde konzipiert sind. Ja, ja, diese Chappi-Wölfe: Rachen aufreißen, Wurfgut auffangen, runterschlucken – ein Haps und der Rest wird automatisch vom Magen erledigt.

Bei uns Papageien funktioniert das nicht. Wir müssen vorher alles zerkleinern.  Dafür sind unsere Schnabelkanten wie Rasierklingen gemacht. Sobald wir sie in den nötigen Winkel gebracht haben, können wir vom Keks abbeißen. Danach werden die Bröckchen an unserer eingebauten Reibe zu Brei gemantscht.  Diese Reibe sitzt oben unter der Schnabelwölbung.

Zum Abbeißen fehlte der Mia der nötige Halt. Die Kekse sind flach und daher recht unhandlich zum Festhalten. Kurze, längliche Würste wie Duplos wären praktischer. Man sieht es nicht auf den Bildern, aber die Mia hat den Keks gedreht und gedreht, immer wieder eine bessere Position gesucht. Schließlich hat sie aufgegeben. Dem renitenten Material war einfach nicht beizukommen.


Ich habe diesen ersten Testdurchgang selbstverständlich genauestens beobachtet. Schließlich muss ich jetzt den Testbericht schreiben.  Ich saß währenddessen oben auf der Voli, während die Mia drinnen ihrer Aufgabe nachkam. Als Assistent ist es mir natürlich untersagt, ebenfalls am Testverfahren teilzunehmen. Außerdem habe ich noch nie im Leben einen Keks gefuttert und habe auch nicht vor, dies zu ändern. Meinen Ruf als unbestechliche Amazone gebe ich nicht auf, nicht mal für die Wissenschaft. Leckerli ist was für Weicheier.
Weiter im Text.

So schnell die Flügel streichen wollte die Mia dann aber doch nicht. Die Kekse sind ja lecker, nur eben nicht zum Verzehr qualifiziert. An der Konsistenz musste sich doch was ändern lassen. Und wirklich, wir haben einen Weg gefunden. Wir legen den Keks nun in eine Tasse mit Wasser. 10 Minuten reichen. Nur so weit, dass die Oberfläche leicht elastisch wirkt. Das Innere quillt von allein nach. Man muss sich allerdings etwas beeilen mit dem Mampfen, denn wartet man zu lange, ist der Keks ruckzuck wieder knüppelhart.

Stundenlang haben wir diskutiert, ob unser Eingreifen vielleicht die Testreihe verfälscht, ob sich durch das Einweichen eventuell Hydromoleküle auf die Karotten setzen und aus ihnen Rindsrouladen machen oder irgendwie so was, aber dann hat die Mia gemeint, es täte genauso schmecken wie vorher, nur viel besser, weil das Abbeißen nun ganz prima ginge.

Falls wir den Test also durch unsere Abwandlung verhunzt haben sollten, tut uns das Leid. Die Mia jedenfalls ist begeistert. Hier die Fotos von der zweiten Staffel,  Typ „weich“:


Nun noch das amtliche Ergebnis auf einen Blick:

Testurteil Mia Gelbnacken für Karotten-Bananen-Kekse (Originalversion wie vom Labor geliefert)

Geschmack: ***** Sterne
Farbe: ***** Sterne (wenn nicht zu dunkel)
Konsistenz: 4 Sterne Abzug
Geruch: kann vernachlässigt werden
Design zum Angucken (Herzen und stilisierte Hundchen): ***** Sterne
Design zum Festhalten: 3 Sterne Abzug
Haltbarkeit: keine Ahnung, wird vorher aufgefuttert
Verdaulichkeit: ***** Sterne  (keine Pupserei festzustellen)
Gesamturteil: empfehlenswert mit ein paar leichten Einschränkungen.

Die Mia lässt ausrichten, dass ihr der Test viel Spaß gemacht hat. Sie sagt, sie täte weiterhin für die Wissenschaft zur Verfügung stehen, gern auch mal für Hefeklöße oder Bienenstich. Jetzt ist sie doch sicher in der Probandenliste verzeichnet, nicht wahr? Jedes Institut führt so eine Liste. Man braucht ja immer mal wieder Freiwillige. Ich weiß zwar nicht, wie Ole und Piet ihren personellen Ausschuss, der sich als besonders dämlich erweist, loswerden, aber falls hier Zweifel aufkommen sollten – ich gebe ‘nen Tipp: Lasst die Mia doch mal Kümmel-Rosenkohl testen oder ‘ne Leberwurstdiät. Ha ha ha. Okay, ich geb’s zu,  da ist mir gerade die Phantasie durchgegangen. Leberwurstkekse – so was Abartiges gibt’s ja gar nicht. 

© Max: Papageiengeschichten

Kommentare :

  1. Hi Max,
    hast du gerade LEBERWURST gesagt???? WO, WO gibts Leberwurstkekse????? *sabber* JAAAAAA Wir wollen auch Probanten sein und mampfen - äh testen!!!!! :D

    Frauchen, wirf endlich das Backrohr an und matschkere von mir aus Bananen. Hauptsache es werden Kekse draus!!! Versprochen hätte sie es uns ja. WIR WARTEN!!!

    Liebes ungeduldiges WUUUUFF,
    die CARRY und die LISSA

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  2. Also Mädels, ich weiß ja nicht, ob ihr euch mit dieser unkritischen Einstellung für den Wissenschaftsbetrieb eignet. Kekstesterin ist kein Vergnügen! Das ist harte, verantwortungsvolle Arbeit! Eine Berufung! Man rümpft die Nase und probiert mit spitzen Zähnen. Das macht einen objektiven Eindruck. Auf keinen Fall sabbert man vorher schon das Wort "Leberwurst" auf den Küchenfußboden. Die Testleiter könnten euch sonst für befangen halten. X_X

    Also wirklich ... *Kopf schüttel*

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  3. Mia wird jetzt aber kein Versuchskaninchen, oder ? PIT

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  4. Shit, ich war auf Omis Probierseite: PIT

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  5. Wenn die Mia zu was taugen täte, was Geld bringt - warum nicht?

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  6. Mein lieber Max, du trägst deinen Schnabel mal wieder ganz schön voll. Wirst du für deine nörgelige, harte, manchmal überbordende Kritik eigentlich bezahlt ??? *gggggggggg*
    Da ringt sich die liebe Mia-Dame dazu durch, der Wissenschaft dienlich zu sein und du hast eine freche Klappe. Kann es sein, das du nur zu feige warst, selbst zu probieren ? Ohohoh, ich sehe schon, ich habe richtig getippt. Du brauchst nicht rot zu werden, Kleiner.
    Aber wenn es dich beruhigt, ich schicke dir meine Border-Collie-Kekse, die sind ein Gedicht. Sanft und zart und weich und wohlschmeckend und vegetarisch und ... Da kannst nicht mal du NEIN sagen. Wetten ?????

    Hundeknutschi
    Angus

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  7. Aber, Angus, nein wirklich ... du hast mich ganz falsch verstanden. Ich bin ein freundlicher, hilfsbereiter und umgänglicher Papagei. Nur muss halt einer den Überblick behalten. Die Mia ist dafür viel zu emotional. Wenn's um leckere Futterei geht, vergisst die alles. Deshalb trägt sie ja auch Speckrolle überm Lurexgürtel. Die haut einfach rein, ohne an ihren wissenschaftlichen Auftrag zu denken.

    Ich dagegen bin ganz anders: unbestechlich, sachlich, objektiv.

    Machst du denn auch mit beim Hundekeks-Test bei Ole und Piet, oder darfst du deine einfach so wegnaschen? Und sind die wirklich weich? Ich meine, mich persönlich interessiert so was ja nicht, aber für die Mia könnte das 'n echter Weihnachtwunsch sein. Vielleicht stell ich mich ja in die Küche und back 'n paar für sie. Das letzte Mal hat sie mich nämlich angeschnauzt. Ihr gefiel mein Geschenk nicht. Sie tat behaupten, die drei Fläschchen, das wären kein teures Parfüm von Douglas, sondern Backaroma aus dem Supermarktregal: Zitrone, Vanille, Rum.

    Sei froh, dass du kein Vogelweib beschenken musst. 7:P

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  8. Weißt was Max, Du tätest für Geld auch noch Deine Großmutter an den Teufel verkaufen. Hoffentlich hast Du keine ! PIT

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  9. Ach, nein, Pit. Heutzutage werden alle Weihnachtsmärchen von billigen Komparsen gespielt. Mit Originalgroßmüttern kann man keinen Blumentopf mehr gewinnen.

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  10. na Mensch da hat die Mia ihre Aufgabe aber sehr ernst genommen. GROßARTIG!!! Bei den nächsten Veggi-Talern wird auch auf vogelgerechte Greifbarkeit geachtet ;)

    ZITAT MAX: "Leckerli ist was für Weicheier"

    woher weißt du das, wenn du selbst noch NIE nen Keks gefuttert hast??????? Glaube kaum das du an 100 Probanten diese Theorie getestet hast oder etwa doch??????

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  11. Weichei ist das Gegenteil von mir. Ergo: Wenn ich keine Kekse futtere, aber die andern schon und sie sind obendrein Weicheier, kann das nur von den Keksen kommen.

    Willst du etwa meine wissenschaftliche Logik anzweifeln? 7:P Hey, Maaaann ... ich hatte mal 'nen Chemiebaukasten. Ich weiß, was seriöse Forschung ist.

    Die Mia brauchst du nicht zu loben. Die ist eingebildet genug.

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  12. Ehre wem Ehre gebührt, lieber Max. Und wahre Größe zeigt sich auch darin, das man mal anderen etwas Gönnen können muss!

    Zum Thema Weichei. Selbstverständlich zweifle ich deine wissenschaftliche Logik bei dem Thema an! Ein Vogeltier was ein derart memmiges Verhalten bei ein paar Wassertropfen zeigt und andere als vom Wahn Besessene bezeichnet, nur weil die MANNs genug sind, zu duschen, tja DER brauch mir hier nix von einer Leckerliebhaber-Weichei-Theorie erzählen. :D

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  13. Weichei wegen Keks ist was anderes als mutiger Widerstand gegen Wasser. [-(

    Aber bitte, wenn dir meine Kompetenz nicht zusagt, dann frag doch 'n paar Frösche, ob sie dir den Kekstester machen. Die haben nichts gegen Wasser und sind bestimmt mega-objektiv. Ha ha ha. :D

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  14. Mutiger Wasser-Che oder doch blos großschnäuzige Memme liegt wohl im Auge des Betrachters :P

    und Schätzelein, ich will ja net Klugscheißern, aber ich habe Deine Kompetenz nicht im allgemeinen angezweifelt und getest hat außer Mia ja bei Euch keiner oder hab ich da was missverstanden???
    Zudem brauch ich keine Frösche fragen, mag das Unken-Grün nicht :-a

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  15. Ha! Du magst kein Grün. Dann ist mir alles klar. Du bist befangen. Du bist nicht objektiv für wissenschaftliche Argumente. :(

    Und, ja, es ist zwar wahr, dass nur die Mia probiert hat, aber ich bin der Manager hier und mir gehört die Seite, wo ich die Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich mache. Ohne mich wären deine Kekse als Beinschaber für Mias Haarentfernercreme gelandet.

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  16. STOP!! ich schrieb, ich mag kein UNKEN-Grün!!! Man kann ja auch Rosa doof und Pink super finden oder traust du 2Beinern soviel Feingefühl nicht zu?

    Und du bist zwar hier Scheffe von janze, aber ich dachte deine Putze hätte Mia die Kekse gegeben und nicht du.. oder hab ich da auch wieder was missverstanden?

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