Sonntag, 5. Dezember 2010

Doch noch frei laufende Paulis?

Es gibt neue Erkenntnis aus der Pauli-Forschung. Ein Team aus internationalen Experten macht Annahme, dass es in abgelegener Wildnis noch Exemplare von einheimischen Paulis gibt. Dieser Hinweis wurde gefunden bei der Suche nach verbuddeltem Mandarin-Haushaltsgerät. Wo genau das Foto geknipst wurde, verraten die Entdecker aber nicht, damit nicht jeder Justin und nicht jeder Kevin gleich losrennt, um Sensationsguckerei am Fundort zu machen. Mir ist es allerdings gelungen, das Foto in meine Krallen zu kriegen. Seht selbst. Für meine Leser ist mir kein Preis zu teuer. 


Aufregend, nicht? Ich hoffe sehr für unsern verwirrten weißen Hochländer bei Tante Michèle, dass ihm das Trost geben wird, weil er nun nicht mehr allein ist. Bestimmt wird er bald Vergleich machen können, ob er noch genauso aussieht wie seine wilden Verwandten und ob die alle eigene Namen haben, oder ob er der Einzige ist mit kompletter Abweichung von seiner Art, so dass man mit völligem Recht Mitleid fühlt mit der armen Socke. Ich meine, es muss doch schön sein, wenn man endlich seine Sippschaft wiederfindet, nicht wahr? Sobald es Neues gibt, berichte ich natürlich weiter.

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens zwei andere Fotos erwerben können. Sie waren nicht ganz so teuer. Lange hatte ich mich in Überlegung gewälzt, ob ich sie euch zeigen soll, denn sie sind nicht ganz ohne brisant. Aber dann siegte mein reines Reporter-Gewissen, wo nichts Dreckiges dran klebt, und außerdem könnt ihr ja auch 'nen ordentlichen Happen vertragen, ohne gleich wegzuweichen wie 'ne Salzstange in der Spülmaschine. Wir sind ja alles Tiere voller Aufklärung und gutem Urteilsmanagement.

Also aufgepasst, hier kommt das erste Beweisfoto. Es stammt von einem Fotografen, der anonym bleiben will. Er wohnt in Franken. 


Wer hätte das gedacht? Der Grunzer – so was! Aber sicher handelt es sich nur um eine peinliche Verwechslung. Es gibt ja Tausende von Grunzers in Frankenland, und ganz bestimmt ist es total falsch, hier die Annahmen zu hegen, es handelte sich um den Beweis für ein Doppelleben. Wer so was denkt, ist ... na, Mensch, jetzt fällt mir das Wort nicht mehr ein. Jedenfalls, ich denke so was nicht - ich wollte es nur gezeigt haben. Nix sonst.

Das zweite Bild ist ... gniiieee ...  aufgenommen vom Satellitendienst "Spektakel-View". Die haben da so Kameras, die herumsurren immer um die Erdkugel, und mit denen kann man jeden Taubenschiss auf dem Pflaster heranzoomen. Denen tut nichts entgehen. Deshalb habe ich jetzt die Freude euch mitzuteilen, dass die Cora in der ausländischen Pampa eine große Berühmtheit ist. Dieses Straßenschild steht in Venezuela.


Irgendwie nicht viel los dort, ne? Nun wäre es aber ganz falsch, wegen der Wüstenumgebung auf Bedeutungslosigkeit zu schließen. Ganz im Gegenteil, der Wüstenflecken in Venezuela unterhält Landschaftspartnerschaft mit einem Park plus Abenteuerspielplatz in Duisburg. Man macht gegenseitige Inspiration. Unsere Cora ist darin verheddert mit Ehrenamt und Spendensammelei. Das tut man ihr danken mit diesem Schild. Umgekehrt heißt die Sandkiste in Duisburg jetzt "Popel-Venezia". Ich habe gelesen bei meiner Recherche, dass im kommenden Jahr eine Delegation von Anden-Geiern in Duisburg erwartet wird. Ich seh schon das Gesicht der Tante Gisela vor mir. Die wird Augen machen! Fünf spanisch sprechende Nackthälse mit Puschelkragen und Wunsch nach Gammel-Hackfleisch um ihren Esstisch. Danke für dieses Kopfkino, Cora. Du bist echt die Größte.

Zum Schluss verrate ich euch noch, was ich mir von meinem Taschengeld gekauft habe (nicht von Mamas Küchenspardose wie die drei andern Bilder). Da ist es. Es stammt auch von „Spektakel-View“. Kommentar brauche ich wohl nicht abzugeben – Elite tut sich halt immer von ganz allein durchsetzen. 


Kommentare :

  1. Ja, die Mama sieht dem Besuch der Andengeier ganz gelassen entgegen. Falls du dir mal unser Haus anschauen möchtest, wirst du feststellen, dass wir selbst in der Einfahrt genug Platz haben, einen Tisch aufzustellen. Das will die Mama auch so machen. Wenn die Geier sich benehmen, dürfen sie auch in unseren Garten. Dann würden auch die Nachbarn nicht so glotzen.
    Ins Haus sollen die lieber nicht, wegen der überdimensional großen Häufi-Bäufies.

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  2. Hallo mein Kumpel Max,
    ich bins der Pauli, aus der Lindenstrasse.
    Bei mir muß man nicht still sein und ich bin auch nicht allein, bei mir Herrschaft nur Kuschel.- und Knuddeleinheiten. Bei meiner richtigen Arbeit, bin ich aber ein knallharter Kerl. Bin nämlich eigentlich ein Türsteher, Bodyguard, Hausmeister (Facility Manager), Gärtner, Postbotenempfänger, Hausalarmanlage, Weckdienst, Fremdtiertrainer und Hausherr. Ich weiß wer ich bin, ich bin ein PAULI. So ist es und so soll es auch sein.

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  3. Hallo Max,
    heute hatte Granny Oma Paula viele Vogelarten als Besucher an Ihrem Grab.
    Es hat uns so gefreut, und wir waren uns nun ganz sicher, wir haben den richtigen Platz für Paula gewählt.
    (Paulas Grab im Garten, liegt unter einem Vogelstand umgeben mit vielen Vogelfutterkugeln).

    Que Sera Sera
    unsere Paula, Meine Paula
    wir vermissen dich so sehr

    Deine Dich liebende Tante Michele

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  4. Weißt du was, Tante Michéle? Das sind alles die Vögel, denen meine Oma Granny Paula Weihnachtsgeschichten erzählt. Sie sitzen beisammen, wenn wir nicht gucken, aber tagsüber kommen die Kleinen und sehen nach, ob Omas Grab noch was braucht: 'n bisschen Bodenauflockerung oder Halme wegzupfen. So müsst ihr nicht alles allein machen. Ich finde das schon.

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  5. Ach, noch was, Tante Michèle: Ich hätte gern 'nen Prospekt über euren Pauli, was er so kostet pro Stunde. Ich kann nämlich 'nen guten Hausmeister gebrauchen, damit ich nicht mehr Schnee zu schippen brauche bei uns vor der Tür.

    Arbeitet der Fremdtiertrainer auch mit Pelzfliegen? Oder kosten die Gefahrgutaufschlag?

    Dein Max

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